Feenfeuer Schamanismus

Schamanismus

Schamanismus in der heutigen Postmoderne? Ist das denn überhaupt möglich und sinnvoll? Ja, ist es meiner Meinung nach – sogar mehr denn je. Aber lassen Sie mich erst mal erklären, was Schamanismus überhaupt ist. Eigentlich ist es ein Kunstbegriff, denn das Wort „shaman“ stammt aus dem Tungusischen und heißt dort „erregt sein, mit Hitze/Feuer arbeiten, um sich schlagen“ Dieses Wort wurde und wird von den Ethnologen seitdem für alle Personen, die bestimmte Techniken, um mit der Geisterwelt in Kontakt zu treten, verwenden, angewendet.

Trommel

Schamanische Reisen

Diese Techniken sind im Grunde sehr „einfach“ und zielen auf eine Sache ab: die teilweise oder im Extremfall fast vollständige Ablösung der Seele vom Körper, damit sie die berühmt-berüchtigte Reise in die Geisterwelt antreten kann. Auf dieser „anderen Seite“, wie ich die Anderswelt als Doors-Fan nenne, bekommt der Schamane von verbündeten und befreundeten Geistern Informationen zu einem Problem, einer Fragestellung oder einer Krankheit. Mit dieser Antwort kehrt er dann wieder in seinen Körper zurück und hilft den Leuten, die ihn beauftragt haben, die gefundene Lösung umzusetzen – sei es mit Ratschlägen, Tabus oder einer Krankenbehandlung. Das klingt erstmal fürchterlich spektakulär und für den modernen Westler befremdlich, ist aber de facto wesentlich subtiler als man denkt. Sehr oft besteht eine typische „Schamanenreise“ aus traumartigen Bildersequenzen, die man auch von Tagträumen oder den Zuständen kurz vor dem Einschlafen her kennt. Der Unterschied zum Tagtraum besteht aber darin, dass die Trance willentlich herbeigeführt wird und ein bestimmtes Thema hat, dem man dann die aufkommenden Bilder zuordnet. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: wenn ich eine „Reise“ mache, um eine Prognose für eine künftige Beziehung einzuholen und mir ein Geist dabei die Tarotkarte „Der Turm“ (eine Karte, die für starke Umwälzungen steht) zeigt, dann ist eigentlich recht deutlich, dass die Beziehung recht „turbulent“ werden könnte.

Schamanische Trance

Wie wird diese Trance erreicht? In den meisten esoterischen Schamanenseminaren wird dafür der Klang einer Rahmentrommel verwendet, und zwar wird ganz stur der typische „Indianerrhythmus“ gespielt, also bumbumbum. Meistens sind es so etwa 4 Schläge pro Sekunde, allerdings muss das nicht so präzise eingehalten werden. Wichtig ist, dass der Rhythmus schön monoton ist. Diese Monotonie mit Dunkelheit kombiniert (abgedunkeltes Zimmer, Decke über die Augen) sorgt dafür, dass die Hirnwellenfrequenz etwas verändert wird und ein leichter Trancezustand eintritt. Man muss dabei keine Angst haben, denn er ähnelt tatsächlich sehr dem Zustand vor dem Einschlafen. De facto schlafen Anfänger während der ersten Reiseversuche sogar auch ein! Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, können Sie bei mir einen Basiskurs, der immer wieder mal angeboten wird, belegen.

Eine Anmerkung noch: Schamanen werden oft mit pflanzlichen Drogen in Verbindung gebracht. Auch ich wurde schon mal gefragt, ob ich damit arbeite, und meine Antwort ist klar: ich verwende in der Arbeit mit Klienten keine psychoaktiven Substanzen. Sie sind insofern nicht nötig, da die Reise dann weniger steuerbar ist und das BTmG auch ein Wörtchen mitzureden hat. Zumal in unserer „Kultur“ die Vorstellung von „Meisterpflanzen“ und der respektvolle Umgang mit ihnen kaum noch Usus ist.

Die schamanische Welt

Der nächste Gedankenschritt ist der schwierigste und für die meisten Menschen befremdlichste: Die Welt, in die die Seele des Schamanen reist, wird als Geisterwelt bezeichnet. Es ist nicht die Welt der Archetypen oder eine innere Welt, sondern es ist eine „externe“ Welt, und die Geister sind eigenständige Wesenheiten. In unserer wissenschaftlich geprägten Kultur wird einem dieser Denkansatz sofort als primitiver Aberglaube ausgeredet oder er wird richtiggehend lächerlich gemacht, aber trotzdem zieht es Menschen mehr oder weniger unbewusst zu archaischen Ritualen oder einem Geisterglauben hin – auch wenn viele es nicht zugeben wollen. Und wenn es hart auf hart geht, dann wird doch sicherheitshalber mal eine Kerze am Opferstock angezündet.

Ich persönlich bezweifle die Existenz von Geistern und anderen Welten nicht mehr, weil ich dahingehend einiges erlebt habe, welches etwaige Zweifel zum Schweigen gebracht hat. Allerdings soll jeder Mensch es so halten, wie er es für richtig hält. Ich empfehle bei meinen Seminaren immer, den ständig mäkelnden Rationalisten zwar im Hintergrund reden zu lassen, aber einfach mal anzunehmen, es gäbe eine Geisterwelt. In den Seminaren bekommen oft die Zweifler die dicksten Brocken, die ihr Weltbild zum Schwanken bringen, vorgesetzt. Auch hierfür habe ich im Basiskurs immer einige „Schmankerl“ parat.

Blaues Land

Schamanismus heute

Jetzt kann man natürlich ganz berechtigt fragen: wozu brauchen wir denn hierzulande überhaupt Schamanismus? Das mag ja bei so ein paar Urwaldstämmen und in Sibirien, wo die medizinische Versorgung nicht die beste ist, ganz praktikabel sein. Und da macht der Schamane noch insofern Sinn, weil es dort keine Priester (außer wenn da missioniert wird), Sozialarbeiter und Politiker gibt (ja, der Schamane war früher das alles oft in Personalunion). Trotzdem halte ich Schamanismus auch hierzulande für sinnvoll. Meine momentane Antwort, warum dem so ist, fällt recht knapp aus: wenn es Geister gibt (auch wenn keiner daran glaubt), dann muss es auch Leute geben, die den Job des „Geisterarbeiters“ machen. Meiner Beobachtung nach haben wir heutzutage gerade deswegen einige nicht gerade kleine Probleme, WEIL wir Geister missachten. Man stelle sich mal diverse politische Entscheidungen und Dekrete zum Thema Umweltpolitik und Nachhaltigkeit vor, wenn die Politiker zuvor einen Schamanen, der die Naturgeister befragt, engagieren würden! Oder würde es heute die fürchterlichen Schlachtbetriebe und Anbauflächen für Gemüse etc. in der jetzigen Form geben, wenn Schamanen mit den Tier-und Pflanzenseelen kommunizieren und den Konzernen gegenüber ein Veto und andere Vorschläge vortragen würden? Das sind sicher recht abwegig klingende Gedanken, aber die Brisanz dahinter ist die Überlegung, wie wir eigentlich mit unserer Erde umgehen. Und zu diesen Überlegungen hätte der Schamanismus vielleicht die eine oder andere Antwort anzubieten.

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